Ein Jahr alleinerziehend – wie es mir damit geht

Nach einer etwas längeren und ungeplanten Pause, möchte ich nun wieder regelmäßig einen Erfahrungsbericht oder Ausflugsziel mit Dir Teilen.

Ich hab ja nie herum posaunt, dass ich nun alleinerziehend bin, aber hab es dann doch an Ecken und Kanten kurz erwähnt.
Nun habe ich mich vor etwas über einem Jahr von dem Kindsvater getrennt, es war eine anstrengende Zeit ohne den Papa und ich musste beide Rollen übernehmen. Manchmal sitze ich in einer Ecke und heule, weil mein Zwerg mich so zur Weißglut treibt und manchmal kommt es eben vor, dass ich so voller Freude bin.
Nun ist auch noch die Trotzphase am kommen und er wird nochmal eine Hausnummer anstrengender, der kurze will nun auch ständig raus wenn es in dem Augenblick rein gar nicht passt!
Ich finde es ja toll wenn er freiwillig raus will, aber nicht wenn ich Hausputz mache.

Ja, auch der Hausputz muss mit einem 2,5 Jährigen bewältigt werden, hierbei versuche ich ihn immer in kleinen Schritten etwas anzuleiten, was jedoch noch nicht so klappt. Da der kurze beim nass wischen, was ich eh viel zu selten mache, immer da lang läuft wo ich grad Wische, bleibt das Putzen immer liegen. Denn abends hab ich auch keine Lust mehr drauf.
Staubsaugen und mit dem Swiffer über die Möbel, das funktioniert richtig gut. Er nimmt sich den Swiffer und rennt zu den Möbeln, er macht zwar mehr Arbeit als wenn ich das mache, aber das Kind versucht zu helfen und der Wille zählt doch.

Wenn ich dann draußen eine Runde mit dem kleinen Zwerg mache und Eltern mit Kind sehe, werd ich dann doch etwas eifersüchtig. Ich bin dann in den meisten Fällen traurig, dass mein Sohn ohne seinen Vater aufwächst und hätte mir alles anders gewünscht als es nun ist.

Ausserdem ist mein Sohn echt ein Kroate zehrendes Kind, das mich teils nicht einmal für 5 min. Sitzen lässt! Da er nun auch immer aktiver wird, ist das entspannen zum Beispiel nach dem Mittagessen echt vergessen. Denn wo ich müde bin, ist er voll aktiv. Das gleiche gilt für abends wenn es um die Bettzeit geht, er turnt dann immer noch rum bevor ich ihn ins Bett bekommen habe und Licht ausschalten kann damit er schläft und ich schließlich meine wohlverdiente Ruhe vom Tage bekomme.
Ich bin Tag täglich nur noch müde, möchte am liebsten nur schlafen oder auf der Couch liegen und ausruhen, leider springt der kurze dann sofort auf mir rum, haut mir ins Gesicht oder macht sonst welchen Quatsch, so dass ich dann jeden Tag meinen wohlverdienten „Feierabend“ bekomme. Ich bin so froh, dass sich der Schlafrhytmus in der Nacht gar nicht verändert hat. Hier wünschte ich mir echt jemanden an meiner Seite, der mich ins Bett schickt und sich um den kleinen Kümmert während ich Kräfte tanken kann.

Tja, am Ende wünschte ich mir tatsächlich mehr Entlastung, weil alleinerziehend aus meiner Sicht doch sehr schwer ist. Hätte ich mir nie gedacht, mir geht es gut in dem Sinne, aber manchmal bin ich mit den Nerven echt im Keller, bin zu nichts zu gebrauchen und würde den ganzen Tag im Bett liegen bleiben  wenn ich nicht den Kleinen hätte!

Wir alleinerziende haben so viel Kraft zum Opfern und das ist ein richtiger Brocken harte Arbeit. Wir rocken das, für unsere Kinder!